Projektauswahl

Archäotektur ist in der gesamten Schweiz und im süddeutschen Raum sowohl für kantonale Fachstellen wie Archäologie, Denkmalpflege und Immobilienbewirtschaftung als auch für Vereine und Privatpersonen tätig.

Wir informieren Sie gerne über unsere Arbeit und Tätigkeitsbereiche. Lassen Sie uns Ihr Interesse wissen und wir werden Kontakt mit Ihnen aufnehmen. Sie finden hier eine Auswahl von aktuellen und abgeschlossenen Projekten aus den Bereichen Gutachten, Bauuntersuchungen sowie Recherchen & Analysen.

aktuelle Projekte

eine Auswahl

Stadt Zürich, Altstadtliegenschaft am Rennweg

Bauuntersuchung mit Baubegleitung

An prominenter Lage am Rennweg, dem Altstadtbereich links der Limmat, befindet sich derzeit eine Geschäftsliegenschaft im Umbau. Während den Rückbauarbeiten im Herbst/Winter 2025 kam eine eindrückliche Gebäudekonstruktion von 1613/14 oder kurz darauf zum Vorschein, die sich trotz eines umfangreichen Umbaus von 1876 mit Aufstockung und Fassadenerneuerung überraschend gut erhalten hat. Trotz der beiden umfassenden Neu- und Umbauten im 17. und 19. Jahrhundert lässt sich die Geschichte der Liegenschaft und ihrer Nachbarn an den beidseitigen Brandmauern noch weit ins Mittelalter zurückverfolgen.

Der aktuell laufende Umbau erfolgt im Auftrag der Stadtarchäologie Zürich durch das Team von Archäotektur und in enger Absprache mit Bauleitung und Baumeister. Die baubegleitende Untersuchung umfasst eine verformungsgerechte zeichnerische, beschreibende und fotografische Befunddokumentation mit gezielten Freilegungsarbeiten sowie Befund- und Probenbergungen. Aufgrund der hohen Befunddichte an der freiliegenden Brandmauer wurde zur Erstellung ergänzender Dokumentationsgrundlagen Structure from Motion (SfM) angewendet.

Zürich ZH, Geschäftshaus am Rennweg. Die nördliche Brandmauer aus mittelalterlichem Lesesteinmauerwerk zeigt zahlreiche Spuren der vielfältigen Baugeschichte (Foto: Muriel Hotz, 2026).

Stein am Rhein SH, die Kaufleutstube oder Zunft zur Rose

Auswertung und Sonderausstellung

Seit Sommer 2024 beschäftig sich Miriam Derungs von Archäotektur im Rahmen einer bau- und bodenarchäologischen Auswertung unter der Leitung der Kantonsarchäologie Schaffhausen intensiv mit der Liegenschaft Obere Stube in Stein am Rhein SH. Es handelt sich dabei um das Haus der Kaufleutstube, die eine Art Zunft darstellt und deren Nutzung sich archivalisch wie auch baulich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt. Die sorgfältig renovierte Liegenschaft, die heute als Kulturhaus genutzt wird und der Jakob und Emma Windler-Stiftung gehört, umfasst einen eindrücklichen Saal von 1469 bzw. 1496 und eine reich ausgestattete Stube von 1681 in den Obergeschossen. Die zahlreichen weiteren, nicht mehr sichtbaren Befunde im Aufgehenden und Boden werden in der Auswertungspublikation, die anfangs 2027 erscheinen soll, vorgelegt.

Die Erkenntnisse der Auswertung zum Thema Baugeschichte und Alltag im mittelalterlichen Zunfthaus sollen zusätzlich in Form einer Sonderausstellung im Kulturhaus Obere Stube einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Unter der Leitung der Jakob und Emma Windler-Stiftung übernimmt Miriam Derungs von Archäotektur als Teil des Ausstellungsteams die wissenschaftliche Begleitung und Co-Kuration. Zu ihren Aufgabengebieten gehören unter anderem die Konzeption und Erarbeitung der Inhalte, die Auswahl und Kontextualisierung der zugehörigen Objekte und deren Betreuung vom Archiv, über die Restaurierung bis zur Präsentation.

Stein am Rhein SH, Kulturhaus Obere Stube. Im ehem. Zuftsaal von 1469/96 befindet sich der Ausstellungsraum, hier beim Aufbau und Einrichten der aktuellen Ausstellung "Farbe, Stein, Papier – Misch mal mit!" (Foto: Miriam Derungs, 2025).

Stadt Zürich, Inventarobjekte

Inventarblätter für die Denkmalpflege der Stadt Zürich

In der Stadt Zürich lösen geplante grössere Bauvorhaben oder Schutzmassnahmen bei und von Inventarobjekten bei der städtischen Denkmalpflege erste Abklärungen in Form von Inventarblättern aus. Als Grundlage dienen sie der Entscheidungsfindung für den weiteren Umgang mit den Inventarobjekten. Bei den zu bearbeitenden Objekten kann es sich um Altstadtliegenschaften mit einer Baugeschichte, die mehrere Jahrhunderte zurückreicht, um Bürokomplexe der 1940er Jahre, um grossräumige Genossenschaftssiedlungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder um öffentliche Bauten wie Kirchen und Gemeinschaftszentren der Nachkriegszeit handeln.

Die Grundlagen für die Erstellung eines Inventarblattes umfassen jeweils eine Kurzbegehung des Äusseren und Innern mit fotografischer Dokumentation sowie begleitende Archiv- und Literaturrecherchen. Nebst einer zusammenfassenden Bau- und Besitzergeschichte werden eine kurze Baubeschreibung sowie eine Kurzwürdigung und ein Schutzzweck für das Objekt formuliert. Die Arbeiten für ein Inventarblatt erfolgen fokussiert, so dass die Texte dazu kurz und prägnant formuliert sind.

Zürich ZH, Markuskirche in Seebach. Achteckiger Zentralbau von 1948 des Architekten Albert Heinrich Steiner, Teil eines Ensembles bestehend aus Kirche mit Pfarrhaus, Kirchturm, Kirchgemeinde- und Sigristenhaus sowie Unterrichtsgebäude (Foto: Muriel Hotz, 2025).

Rapperswil SG, Wohn- und Geschäftshaus in der Altstadt

Bauuntersuchung mit Baubegleitung

An prominenter Lage in der mittelalterlichen Altstadt von Rapperswil befindet sich eine Liegenschaft im Gesamtumbau. Im Auftrag von Kanton, Stadt und Bauherrschaft begleitet Archäotektur den Umbau. Das heutige Wohn- und Geschäftshaus weist eine umfangreiche und ins 14. Jahrhundert zurückreichende Baugeschichte auf: als ältester, dendrodatierter Befund kann unterdessen ein aussenseitig an die Stadtmauer angebauter Aborterker von 1351 oder kurz darauf angesprochen werden. Er steht aufgrund seiner Zeitstellung in Zusammenhang mit der Verwüstung Rapperswils 1350 durch die Zürcher und dem anschliessenden Wiederaufbau unter den Habsburgern.

Die von jüngeren Einbauten freigelegten Oberflächen werden zeichnerisch in Form von Grundriss-, Querschnitt- und Längsschnittplänen, beschreibend sowie fotografisch erfasst. Die Dokumentationsarbeiten erfolgen baubegleitend und fliessen in einen abschliessenden Untersuchungsbericht mit archivalischer Bau- und Restaurierungsgeschichte, Erörterung der wichtigsten Befunde und ihrer Kontextualisierung sowie eines baugeschichtlichen Abrisses mit Baualtersplänen ein.

Rapperswil SG, Wohn-/Geschäftshaus in der Altstadt. Die Deckenmalerei der "Nebenstube" im ersten Obergeschoss ist eine der beeindruckenden Malereiausstattungen dieser Liegenschaft (Foto: Caroline Diemand, 2025).

abgeschlossene Projekte

eine Auswahl

2025

Stadt Schaffhausen, Munot: Vorabklärende bau- und bodenarchäologische Untersuchungen für die Kantonsarchäologie Schaffhausen. Befestigungsanlage Munot, bestehend aus Rondell mit Kasematte und Turm, Neuerrichtung zwischen 1564 und 1589 als Ersatz einer mittelalterlichen Vorgängeranlage Annot oder Unot. Erste Bauaufnahmen, gezielte Sondierungen und begleitende Archiv- und Literaturrecherchen.

Stadt Zug, ehem. Knabenschulhaus: Fachbericht für die Denkmalpflege Stadt Zug. Repräsentativer Monumentalbau von 1710–1722 in der äusseren Altstadt, als Stadtschulhaus konzipiert. Augenschein vor Ort, fotografische Dokumentation, Archiv- und Literaturrecherchen für den Fachbericht mit Beschreibung der Situation und des Gebäudes, einer Bau- und Nutzungsgeschichte und einer Würdigung.

Stadt Schaffhausen, Schulhaus Steig: Technische Grabungsleitung auf dem Schulhof des Schulhauses Steig für die Kantonsarchäologie Schaffhausen. Anlage eines ehem. Sondersiechenhauses des 13. Jahrhunderts mit Kapelle, Friedhof und separater Wasseranlage. Aufgaben umfassten die Schulung und Instruktion der Grabungsmitarbeitenden, Festlegung des Vorgehens und Durchführung des Schicht-/Befundabbaus, Koordination und Führung der Ausgrabungsarbeiten bzw. -einsätze, Verantwortung für Grabungsdokumentation.

2024

Stadt Zürich, Projekt "DenkmalDatenPflege": Systematische Erfassung denkmalpflegerischer Objektdaten aus relevanten Stadtratsbeschlüssen zwischen 1953 und 2024 für die Denkmalpflege Stadt Zürich. Typologische Einordnung der betreffenden Bauten sowie konkrete Zuordnung zu Adressen oder Standorten. Die Erfassung dient der Inventarkontrolle sowie als Basis einer neuen Inventardatenbank seitens der Denkmalpflege.

Behringen SH, ehem. Vielzweckbauernhaus: Bauarchäologische Untersuchung und Dokumentation für die Kantonsarchäologie Schaffhausen. Gezielte Freilegungen und zeichnerische, beschreibende sowie fotografische Dokumentation und dendrochronologische Beprobung vor Abbruch. Rekonstruktion der Baugeschichte basierend auf Kurzarchivrecherchen im Gemeinde- und Staatsarchiv sowie abschliessender Bericht mit Baualtersplänen.

Barzheim SH, ehem. Vielzweckbauernhaus: Bauhistorisches Kurzgutachten für die Denkmalpflege Schaffhausen. Kernbau aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit Erneuerung Dach und Ersatz Giebelseiten zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Skizzenhafte Erfassung der Konstruktionsweise, ausgewählte fotografische Dokumentation sowie Erarbeitung eines Gutachtens mit Würdigung sowie Formulierung einer ersten, hypothetischen Baugeschichte mit Baualtersplänen. Begleitung einer dendrochronologischen Untersuchung.

Gretzenbach SO, Vielzweckbauernhaus: Frühneuzeitliche Hochstudkonstruktion. Unterstützende Dokumentationsarbeiten im Rahmen einer Bauuntersuchung vor Abbruch für die Denkmalpflege Solothurn. Beschreibende und skizzierende Bau- und Befunderfassung.

Stein am Rhein SH, ehem. Kloster St. Georgen: Benediktinerkloster St. Georgen aus dem 11. Jahrhundert. Erfassung von Raumdaten im Rahmen eines Digitalen Raumbuch für das Bundesamt für Kultur. Raumbegehungen mit Beschreibung der wandfesten Ausstattungen, Bauelementen und Konstruktionsweisen. Raumweise Aufbereitung der Archivalien und Formulierung einer Bau-, Nutzungs- und Restaurierungsgeschichte. Einspeisung der Daten in das Digitale Raumbuch sowie Umsetzung als Baualterspläne.

2023

Thayngen SH, ehem. Herrensitz: Ensemble in Mischbauweise aus Mauer- und Fachwerk, primärer Ständerbau aus dem späten 15./1.Hälfte 16. Jahrhundert mit Aufstockung und Erweiterung im 16./Anfang 17. Bauhistorisches Detailinventar für die Denkmalpflege Schaffhausen. Begehung mit Raumaufnahmen, Aufarbeitung der Archivalien, Bau- und Besitzergeschichte sowie Erstellung eines detaillierten Raumbuches, von Bauphasenplänen und einer Würdigung.

Arth SZ, ehem. Bauernwohnhaus: Mischkonstruktion aus Stein- sowie Block- und Ständerbauweise von 1553d/i. Bauhistorisches Gutachten für die Denkmalpflege Schwyz. Aufnahmen vor Ort mit Sondierungen, dendrochronologischer Beprobung und Erarbeitung massstäblicher Grundrissskizzen, Recherchen und Aufarbeitung Archivalien, Verfassen Bericht mit Würdigung, Formulierung einer Baugeschichte, Bauphasenplänen und einem Sondierungskatalog.

Berchtwil ZG, ehem. Bauernwohnhaus mit Speicher: Blockbau über steinernem Sockel von 1610/13d sowie Kantholzständerbau von 1854i. Fachbericht für die Denkmalpflege Zug. Begehung für Baubeschreibung und Würdigung sowie Erabeitung der Bau- und Besitzergeschichte und Erstellung von hypothetischen Bauphasenplänen.

2022

Schleitheim SH, ehem. Vielzweckbauernhaus: Fachwerkbau, Kernbau von 1690/91d mit Erweiterungen im 18. Jh. sowie in der 1. Hälfte des 19. Jhs. Detailinventar für die Denkmalpflege Schaffhausen. Begehung mit Raumaufnahmen und dendrochronologischer Beprobung, Recherchen und Aufarbeitung Archivalien, Bau- und Besitzergeschichte, Erstellung Raumbuch und hypothetische Baualtersplänen, Würdigung und Einschätzung.

Oberhallau SH, ehem. Vielzweckbauernhaus: Massivbauweise, Kernbau von 1508/09d in Ständerbauweise mit steinernem Sockel, Aufstockung und Teilversteinerung Mitte des 16. Jahrhunderts mit reicher Ausmalung. Bauhistorisches Kurzgutachten für die Kantonsarchäologie Schaffhausen. Fotografische, zeichnerische und beschreibende Dokumentation, Erarbeitung Baugeschichte und hypothetische Bauphasenpläne, Würdigung und Einschätzung.

2021

Stadt Zürich, Altstadtportfolio: Pilotprojekt für die Liegenschaften Stadt Zürich in enger Zusammenarbeit mit der städtischen Denkmalpflege. Entwicklung eines denkmalpflegerischen Grundlagenpapiers auf Grundlage von Testbegehungen und hinsichtlich der Ansprüche von Liegenschaft und Denkmalpflege Stadt Zürich betreffend Unterhaltsmassnahmen und angemessener Entwicklungsmöglichkeiten der Altstadtliegenschaften.

Löhningen SH, ehem. Vielzweckbauernhaus: Kernbau aus dem 16./Anfang 17. Jh. Grundlagenpapier für die Denkmalpflege Schaffhausen. Erarbeitung Baugeschichte, Würdigung, Schutzumfang und Erstellung hypothetische Bauphasenpläne.

2020

Dürnten ZH, ehem. Gasthaus: Mischbauweise aus Mauer- und Fachwerk, Kernbau vor 1700, Neugestaltung in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bauhistorisches Kurzgutachten für die Kantonale Denkmalpflege Zürich. Sondierungen mit bauarchäologischer Befunddokumentation, Auswertung Archivalien, Erarbeitung Baugeschichte und hypothetische Bauphasenpläne.

Oberhallau SH, Vielzweckbauernhaus: Mischbauweise aus Mauer- und Fachwerk, im Kern spätmittelalterliches Weinbauernhaus von 1519/20d mit Umbauten des 17.-20. Jahrhunderts. Bauuntersuchung für die Kantonsarchäologie Schaffhausen. Fotografische, zeichnerische und beschreibende Dokumentation, Aufarbeitung Archivalien, dendrochronologische Beprobung, Erarbeitung Baugeschichte und Erstellung hypothetischer Bauphasenpläne.

Albisrieden ZH, Vielzweckbauernhaus: Abschliessender Grabungsbericht für die Stadtarchäologie Zürich. Sichtung und Auswertung der Befunde und Funde, Erstellung Schlussbericht und Formulierung einer ersten Baugeschichte.

2019

Stadt Schaffhausen, ehem. Gartenhäuschen: Unmittelbar vor der Stadtmauer gelegenes ehem. Vielzweckbauernhaus das im Kern ein Gartenhäuschen in Fachwerkbauweise vom Ende 17./18. Jahrhundert umfasst. Bauarchäologische Untersuchung für die Kantonsarchäologie Schaffhausen. Sondierungen, fotografische, zeichnerische und beschreibende Dokumentation, Erarbeitung Baugeschichte und hypothetische Bauphasenpläne.

Blatten VS, Wohnhaus: Blockbau mit steinernem Sockel, Primärbau von 1535i mit Aufstockung ab 1760. Bauhistorisches Kurzgutachten für die Eigentümerschaft. Begehung, Beschreibung, massstäbliche Grundrissskizzen, Erarbeitung Baugeschichte.

Schleitheim SH, Burgruine: Ehem. Burganlage des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Kurzbericht für die Kantonsarchäologie Schaffhausen. Aufarbeitung Archivalien und Forschungsstand, Entwurf eines Sicherungs- und Sanierungskonzepts. Abklärende bau- und bodenarchäologischen Sondierungen mit archäologischer Dokumentation vor Ort.